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Kluck wieder Landtagskandidat
Die Liberalen ziehen mit ihrem derzeitigen Landtagsabgeordneten Hagen Kluck in den Wahlkampf 2011. Der 66-jährige Journalist wurde von der unter Leitung von Florian Bauer tagenden Wahlkreiskonferenz mit 48 Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen nominiert. Zweitkandidatin ist die 38-jährige Pfullingerin Wibke Steinhilber. Die MdL-Assistentin und Leiterin des Wahlkreisbüros des Bundestagsabgeordneten Pascal Kober setzte sich mit 33 Stimmen gegen ihre Mitbewerber Dr. Carl-Gustav Kalbfell und Julius Vohrer durch.
Da es bei der baden-württembergischen Landtagswahl keine Landesliste gibt, hat jede(r) Abgeordnete für den Fall seines Ausscheidens eine persönliche Stellvertretung. Wibke Steinhilber ist bereits Hagen Klucks Stellvertreterin im FDP-Kreisvorsitz. Die Vorsitzende des Ortsverbandes Pfullingen-Eningen-Lichtenstein ist gelernte Zahnarzthelferin, hat drei Kinder und ist seit 2006 Persönliche Referentin des Landtagsabgeordneten. Seit 2009 leitet sie auch das Wahlkreisbüro des liberalen Bundestagsabgeordneten. Sie engagiert sich im Pfullinger Netzwerk für Familie und Jugend und in der Elternarbeit am Reutlinger Friedrich-List-Gymnasium. Im Wahlkampf will Wibke Steinhilber sich vor allem mit der Familien- und Bildungspolitik befassen, wobei ihr besonderes Augenmerk dem beruflichen Schulwesen gilt.
Hagen Kluck gehört dem Landtag bereits von 1996 bis 2001 an und wurde 2006 erneut ins Parlament gewählt. Der Vater von vier Söhnen ist auch Stadtrat in Reutlingen und Bezirksgemeinderat in Betzingen. Die FDP-Landtagsfraktion hat ihn zu ihrem stellvertretenden Vorsitzenden und Parlamentarischen Geschäftsführer gewählt. Kluck ist Vize-Vorsitzender im Europa-Ausschuss des Landtages und innenpolitischer Sprecher der Liberalen. Er will sich vor allem für die Erhaltung bestehender und die Schaffung neuer Arbeitsplätze einsetzen. Deshalb muss man seiner Meinung nach alles tun, damit die Wirtschaft wieder wächst. Nur so könnten auch die vielfältigen sozialen und kulturellen Aufgaben erfüllt werden. "Ich war nie ein abgehobener Berufspolitiker und will auch künftig ein bürgernaher Volksvertreter sein", versprach er bei der Nominierung im "Lindner-Grill".
Kluck für stärkere Gewaltprävention
Nach Auffassung von FDP-Obmann Hagen Kluck kann der Landtag auf das vom Sonderausschuss Jugendgewalt und Jugendgefährdung vorgelegte Ergebnis stolz sein. "Wir haben nicht für neue Gesetze plädiert, sondern fordern tief greifende Präventionsmaßnahmen, die langfristig Wirkung zeigen", erklärte der Reutlinger Abgeordnete. Die gesetzten Ziele würden der Landesregierung viel abverlangen und auch hohe finanzielle Mehrbelastungen bringen. "Die FDP-Fraktion ist trotzdem bereit, diesen Weg zu gehen", sagte Kluck, "zum Wohle unserer Kinder und Jugendlichen und in der Hoffnung, solche Bilder wie die des 11. März 2009 nie mehr sehen zu müssen". Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende erinnerte daran, dass die Freiheit des Einzelnen für Liberale ein hohes Gut ist. Forderungen nach Gesetzen, die Menschen in ihrer persönlichen Lebensgestaltung einschränken, stehe die FDP grundsätzlich skeptisch gegenüber. "Wir sind froh, dass der Ausschuss mehrheitlich nicht zu simplen Verbotsforderungen tendiert hat, sondern sich bewusst war, dass man mit Gesetzesverschärfungen im Bereich Waffen oder gewalthaltiger Computerspiele etwas suggerieren würde, was es nicht gibt: Nämlich einfache Erklärungen für solch unfassbare Gewalttaten an Schulen", sagte der Reutlinger Abgeordnete. Kluck begrüßte die vorgesehene Stärkung des schulpsychologischen Dienstes. Damit schaffe man die Voraussetzungen für eine frühe Identifizierung von Entwicklungsdefiziten, die dann möglichst schnell und niederschwellig behandelt werden könnten. Die Kontaktaufnahme mit entwicklungs-gefährdeten Kindern und Jugendlichen sei eine zentrale Aufgabe, um es gar nicht soweit kommen zu lassen, wie in Winnenden. Ein weiteres zentrales Handlungsfeld ist nach Meinung der FDP die Medienpädagogik. "Die präventiv-erzieherische Schulung der Kinder und Jugendlichen im Umgang mit Medien hat in der global vernetzten Welt zentrale Bedeutung", sagte er.
Kluck will 2011 antreten
Der stellvertretende Vorsitzende und Parlamentarische Geschäftsführer
der FDP-Fraktion will 2011 erneut für den Landtag kandidieren.
Hagen Kluck teilte bei der Kreisversammlung der Reutlinger Liberalen
seine Bereitschaft zum Weitermachen an. Die Nominierung des
FDP-Kandidaten für den Wahlkreis 60, der aus den Städten Reutlingen
und Pfullingen und den Gemeinden Dußlingen, Gomaringen, Kirchentellinsfurt,
Kusterdingen, Nehren, Pliezhausen, Walddorfhäslach und Wannweil
besteht, soll am 22. März erfolgen. Weitere Bewerber haben
sich bisher nicht gemeldet. Interesse an einer Kandidatur als
Zweitbewerber meldeten die Reutlinger Kreis- und Stadträte
Julius Vohrer und Dr. Carl-Gustav Kalbfell an.
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